Nordbayerische Nachrichten: Karolina Parot (22) holt den Bayern-Titel mit einer Serie zu verrückten Partys. Eigentlich wollte Karolina Parot Kommunikationsdesign studieren. Aber jetzt ist sie Fotografin, 22 Jahre jung, und gewann den bayerischen Titel im Leistungswettbewerb des Handwerks. Davor war sie Oberfranken-Siegerin. Jetzt kommt die deutsche Ausscheidung. All das gelang ihr mit einer Fotoserie zum Thema «Party».
PEGNITZ - Karolina Parot holte sich für diese erfundene Party eine gute Freundin, «von der ich dachte: Die kann das gut umsetzen». Mit ihr schoss sie Bilder zu den Themen «Glamour und Kühle», «Mystik und Gothic», «Freaky und Colourful». Sie änderte immer nur wenige Details und Accessoires. «Dann hab’ ich die Fotos im Photoshop verfremdet, surreal gemacht, mal ein Auge ins Gesicht montiert oder bei ,Mystik‘ die Hände knochiger gemacht.»
Wo sie mehr als zwei Hände brauchte, sprang ihr Chef mit den seinen ein: Manuel Schlüter. Er gab ihr auch in den drei Jahren der Lehrzeit, die Karolina Parot für das Thema zur Verfügung hatte, vollen Zugriff auf die Studiokameras: «Wenn ich wollte, konnte ich nachts ins Geschäft oder am Wochenende.»
Zu Hause fotografiert sie mit einer Canon 350. Aber im Laden hat sie die Canon 5 D und - am liebsten - die 1 DS Mark 3 Canon: «Vom Gefühl her fotografiere ich mit ihr am besten. Da werden die Bilder gut.» Darum nimmt sie ihre Privatkamera nur noch für Schnappschüsse.
Ein Jahr gejobbt
Und wie kam Karolina Parot, die aus Polen stammt und als Vierjährige mit den Eltern nach Auerbach zog, überhaupt zur Fotografie? Sie, die nach der Realschule ein Jahr jobbte, um Zeit zu haben für ihre Bewerbung fürs Design. «Ich wollte bei Foto-Schlüter Bilder ausdrucken. Da kam ich mit Manuel ins Gespräch und habe geschaut, was er macht. Dann hab’ ich mir eine Ausbildung überlegt.»
Im Juli war sie dann fertig. Mit den Noten 2,2 in der Theorie und 1,2 in der Praxis landete Karolina Parot automatisch in einem Pool, der für den Leistungswettbewerb ausgewertet wurde. Sie hatte aber für ihre Gesellenprüfung nicht nur «Party» fotografiert, sondern auch «Produkte»: Eine Serie in Schwarz-Weiß über Notebooks.
Beim Bearbeiten ihrer Bilder war es Karolina Parot eine große Hilfe, dass sie Manuel Schlüter bei der Modefotografie für «Pampolina» zur Seite stand. So ging zum Beispiel das Freistellen einiger Motive leicht von der Hand.
Manuel Schlüters Liebe zur «People-Fotografie» (Porträt) schlug sich auch bei ihr nieder. «Stills» (Stillleben) und «Life-Style» kommen dazu. Das sind jetzt ihre Lieblingsthemen.
Wovon Karolina träumt, das sind Aufnahmen für die Modewelt, «für schöne Magazine». Aber ein bisschen ist sie schon damit verbunden, weil Manuel Schlüter für Labels wie «alprausch» und «sessions» eingespannt war und weil er auch mit einer Nürnberger Model-Agentur verbunden ist.
Heute betreut Karolina Parot im Pegnitzer Geschäft die Porträts, die Familien und Kinder («find’ ich super»), während ihr Chef die Industrie-Kunden übernimmt.
Karolina Parot macht übrigens auch privat nichts anderes als Fotografie: «Das ist mein Leben. Entweder ich fotografiere oder bearbeite oder überleg’ mir was.»
Sie will auch die nächsten Jahre bei Schlüterfotografie bleiben, um den Aufbau des Geschäfts mitzumachen, um zu lernen - zum Beispiel an den großen New-York-Impressionen in Schwarz-Weiß, die Manuel Schlüter gerade in der «Zauß’n» ausstellt.

